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William James

US-amerikanischer Philosoph und Psychologe (1842–1910), geboren in New York in eine intellektuell außergewöhnliche Familie — sein Vater, Henry James Sr., war ein exzentrischer swedenborgianischer Theologe, sein Bruder Henry James sollte einer der großen Romanciers englischer Sprache werden —, in Medizin an der Harvard University ausgebildet, aber schon früh von Philosophie und Psychologie angezogen, Disziplinen, denen er eine fast vier Jahrzehnte währende akademische Laufbahn in Harvard widmete, wo er das erste experimentalpsychologische Labor der Vereinigten Staaten gründete. Sein monumentales Werk Die Prinzipien der Psychologie (1890), Frucht zwölfjähriger Arbeit, etablierte die Psychologie in Amerika als eigenständige wissenschaftliche Disziplin und führte dauerhafte Konzepte wie den »Bewusstseinsstrom« (stream of consciousness) ein — die Vorstellung, dass mentales Erleben keine Abfolge diskreter Zustände, sondern ein kontinuierlicher, sich stets wandelnder Fluss sei, eine Metapher, die entscheidenden Einfluss auf die spätere modernistische Literatur ausüben sollte, insbesondere auf Romanciers wie Virginia Woolf und James Joyce. Zusammen mit Charles Sanders Peirce und John Dewey gilt James als einer der Gründerväter des Pragmatismus, einer genuin amerikanischen philosophischen Strömung, die er in Pragmatismus: Ein neuer Name für einige alte Denkweisen (1907) popularisierte, wo er vorschlug, die Wahrheit einer Idee oder Überzeugung liege nicht in ihrer abstrakten Übereinstimmung mit einer festen Wirklichkeit, sondern in ihren nachprüfbaren praktischen Folgen und ihrer Fähigkeit, sich in der gelebten Erfahrung als tauglich zu erweisen — »wahr ist schlicht das, was sich in unserer Denkweise als vorteilhaft erweist«. Sein Werk Die Vielfalt religiöser Erfahrung (1902), auf seinen berühmten Gifford Lectures in Edinburgh basierend, wandte eine strenge empirisch-psychologische Methode auf die Erforschung mystischer und religiöser Erfahrung an, ohne deren metaphysischen Gehalt bestätigen oder widerlegen zu wollen, sondern dokumentierte mit bemerkenswerter Empathie ihre verwandelnde Funktion im Leben der Individuen, und gilt bis heute als grundlegender Text der Religionspsychologie.

7 Werke

Behandelte Themen