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Laokoon

Gotthold Ephraim Lessing

Sprache:
Deutsch
Status:
Vollständiges Werk
Autorschaft:
Vom Autor verfasst
Zustand des Textes:
Kein Scanrauschen festgestellt (automatische Messung über den ganzen Text, nicht von Hand geprüft)
Umfang:
~150.000 Wörter · 700 Passagen
Dieses Werk zitieren
  • APAGotthold Ephraim Lessing. (n.d.). Laokoon, oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie [Laokoon]. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/gotthold-ephraim-lessing/laokoon-oder-uber-die-grenzen-der-malerei-und-poesie
  • MLAGotthold Ephraim Lessing. Laokoon, oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie [Laokoon]. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/gotthold-ephraim-lessing/laokoon-oder-uber-die-grenzen-der-malerei-und-poesie.
  • ChicagoGotthold Ephraim Lessing. Laokoon, oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie [Laokoon]. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/gotthold-ephraim-lessing/laokoon-oder-uber-die-grenzen-der-malerei-und-poesie.

Nachweis der wiedergegebenen Ausgabe. SigPhi ist die digitale Reproduktion. Jahr, Verlag und Übersetzer werden angegeben, soweit bekannt; „n.d.“ bedeutet unbekanntes Jahr.

Wovon es handelt

Lessings Abhandlung von 1766 darüber, warum Malerei und Dichtung nicht dasselbe leisten können, entwickelt an einer Bildsäule und an einigen Versen Vergils.

Kontext und Geschichte

Der Ausgangspunkt ist eine bestimmte Beobachtung: in der Laokoon-Gruppe schreit der Priester nicht, in der Aeneis dagegen schon. Daraus zieht Lessing eine Unterscheidung, die geblieben ist: die bildenden Künste nehmen Raum ein und müssen sich auf einen einzigen Augenblick festlegen, also den fruchtbarsten wählen, denjenigen, der das Vorher und das Nachher zu denken erlaubt; die Dichtung entfaltet sich in der Zeit und kann die ganze Handlung erzählen. Daher seine Kritik an der Formel „ut pictura poesis“, die von der Dichtung verlangte, sie solle malen. Es ist einer der Gründungstexte der neueren Kunstkritik, und Goethe nannte es eine Befreiung für seine Generation.

Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.

Auszug aus der verfügbaren Ausgabe
Ihren Rang bestimmten die Grade des Schönen, die sie ihren menschlichen Figuren gaben, und Dionysius konnte nur deswegen nichts als Menschen malen, und hiess nur darum vor allen andern der Anthropograph, weil er der Natur zu sklavisch folgte, und sich nicht bis zum Ideal erheben konnte, unter welchem Götter und Helden zu malen, ein Religionsverbrechen gewesen wäre. * Aristophanes Plut. v. 602, et Acharneus, v. 854. ' Plinius, lib. xxx. sect. 37, edit. Hard. Vielmehr xxxv. § 112. l6 LAOKOON. II. Gesetz wider den Stümper, wofür es gemeiniglich, und selbst vom Junius ^ gehalten wird. Es verdammte die griechischen Ghezzi ; den unwürdigen Kunstgriff, die Aehnlichkeit durch Uebertreibung der hässlichen Theile des Urbildeszu erreichen; 5 mit einem Worte, die Carricatur. Aus eben dem Geiste des Schönen war auch das Gesetz der Hellanodiken geflossen. Jeder Olympische Sieger erhielt eine Statue; aber nur dem dreimaligen Sieger, ward eine Ikonische gesetzet ^ Der mittelmässigen Portraits sollten lo unter den Kunstwerken nicht zu viel werden. Denn obschon auch das Portrait ein Ideal zulässt, so muss doch die Aehnlichkeit darüber herrschen ; es ist das Ideal eines gewissen Menschen, nicht das Ideal eines Menschen überhaupt. 15 Wir lachen, wenn wir hören, dass bei den Alten auch die Künste bürgerlichen Gesetzen unterworfen gewesen. Aber wir haben nicht immer Recht, wenn wir lachen. Unstreitig müssen sich die Gesetze über die Wissenschaften keine Gewalt anmassen ; denn der Endzweck der Wissenschaften

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