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Adi Shankara

Indischer Philosoph und Theologe (Adi Shankara, traditionell auf das 8. Jahrhundert n. Chr. datiert, wobei einige moderne Forschungen frühere Daten vorschlagen), der Überlieferung nach in Kaladi im heutigen Bundesstaat Kerala in eine brahmanische Familie geboren, und gilt als der einflussreichste Systematiker des Advaita Vedanta (»Nicht-Dualismus des Vedanta«), jener hinduistischen philosophischen Schule, die lehrt, dass die letzte Wirklichkeit (Brahman) und die individuelle Seele (Atman) im Wesen identisch seien und die wahrgenommene Dualität und Vielheit der Welt aus metaphysischer Unwissenheit (Avidya) und einem illusorischen Schleier (Maya) resultiere, der diese grundlegende Einheit verdecke. Der hagiographischen Überlieferung zufolge entsagte er der Welt bereits als Teenager, um wandernder Mönch (Sannyasi) zu werden, und durchzog in einem außergewöhnlich kurzen Leben — er starb je nach Quelle zwischen zweiunddreißig und achtunddreißig Jahren — den gesamten indischen Subkontinent, debattierte mit rivalisierenden Philosophen buddhistischer, jainistischer und anderer hinduistischer Traditionen und gründete vier große Klöster (Mathas) an den vier Himmelsrichtungen Indiens, um seine Lehre zu festigen und fortzuführen — Institutionen, die bis heute aktiv sind. Sein bedeutendstes philosophisches Werk besteht aus ausführlichen Kommentaren (Bhashyas) zu den drei als »dreifaches Fundament« (Prasthanatrayi) des Vedanta geltenden Texten: den Upanishaden, der Bhagavad Gita und den Brahma-Sutras, in denen er mit anspruchsvoller logischer Strenge argumentiert, dass nur die unmittelbare Erkenntnis (Jnana) der Identität von Atman und Brahman — nicht Ritual oder Werke — zur endgültigen Befreiung (Moksha) aus dem Kreislauf der Wiedergeburten führen könne. Seine philosophische Synthese, die die Vielfalt der früheren vedischen Traditionen integrierte und einer strengen nicht-dualistischen Deutung unterwarf, gilt allgemein als der einflussreichste und ausgefeilteste geistige Rahmen des gesamten klassischen Hinduismus, und sein Einfluss ist für praktisch alle späteren Schulen der indischen Philosophie entscheidend, sowohl für die ihm zustimmenden als auch für die ihn kritisierenden.

4 Werke

Behandelte Themen