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Mahayana-Sutras

Umfangreiche Sammlung mahayana-buddhistischer Schriften anonymer, kollektiver Autorschaft, über mehrere Jahrhunderte hinweg — etwa zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. Jahrhundert n. Chr. — in Indien entstanden, die den grundlegenden kanonischen Korpus des buddhistischen »Großen Fahrzeugs« bilden, jener Richtung, die heute in Tibet, China, Korea, Japan und Vietnam vorherrscht, im Gegensatz zum Theravada-Buddhismus Südostasiens. Diese Sutras präsentieren sich häufig als unmittelbare Lehren des Buddha, die jahrhundertelang verborgen überliefert wurden, bis die Menschheit bereit war, sie zu empfangen — eine literarische Konvention, die moderne Gelehrte als die dem Mahayana eigene Art deuten, doktrinäre Autorität für theologische Neuerungen zu beanspruchen, die erst nach dem historischen Leben des Buddha entstanden. Zu den einflussreichsten zählen das Herz-Sutra und das Diamant-Sutra, kurze, aber philosophisch außerordentlich dichte Texte, die sich um die Lehre von der Leerheit (Shunyata) drehen — allen Phänomenen fehlt eine unabhängige, substantielle Existenz, einschließlich der buddhistischen Begriffe selbst —, formuliert in der berühmten Formel »Form ist Leerheit, Leerheit ist Form«; das Lotos-Sutra mit seiner Lehre vom Einen Fahrzeug und der universalen Buddhaschaft; das Sutra vom Reinen Land, das das westliche Paradies Amitabhas beschreibt und der gesamten, in Ostasien so beliebten Reine-Land-Frömmigkeit zugrunde liegt; und das Avatamsaka-Sutra von überwältigend kosmischem Ausmaß, das ein Universum sich gegenseitig unendlich durchdringender, sich spiegelnder Welten wie das Netz des Indra beschreibt. Zusammen verlagerten diese Texte den buddhistischen Schwerpunkt von der individuellen Befreiung des Arhat hin zum Ideal des Bodhisattva, der seine eigene endgültige Erleuchtung aufschiebt, um alle fühlenden Wesen zu erretten.

1 Werke