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Die fröhliche Wissenschaft

Nietzsche

Sprache:
Deutsch
Status:
Vollständiges Werk
Autorschaft:
Vom Autor verfasst
Zustand des Textes:
Kein Scanrauschen festgestellt (automatische Messung über den ganzen Text, nicht von Hand geprüft)
Umfang:
~130.000 Wörter · 611 Passagen
Dieses Werk zitieren
  • APANietzsche. (n.d.). Die fröhliche Wissenschaft. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/die-frohliche-wissenschaft-german
  • MLANietzsche. Die fröhliche Wissenschaft. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/die-frohliche-wissenschaft-german.
  • ChicagoNietzsche. Die fröhliche Wissenschaft. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/die-frohliche-wissenschaft-german.

Angabe der Ausgabe, die SigPhi wiedergibt: SigPhi ist ihre digitale Reproduktion, nicht der Verlag. Das Erscheinungsjahr steht nicht in den Metadaten (daher „n.d.“), und der Übersetzer erscheint nur, wenn er verzeichnet ist.

Wovon es handelt

Die fröhliche Wissenschaft (1882): das Buch, in dem «Gott ist tot» auftaucht, und die ewige Wiederkunft auch.

Kontext und Geschichte

Aphorismus 125, der tolle Mensch, der am hellen Vormittag mit einer Laterne auf den Markt läuft und fragt, wo Gott sei, ist Nietzsches meistzitierte und meistmissverstandene Seite: es ist keine Feier, es ist Entsetzen. Und 341 stellt die ewige Wiederkunft als Frage — wolltest du dieses selbe Leben unendlich oft wieder? —, und das ist seine Probe aufs Exempel. Text im deutschen Original, nach der bei Alfred Kröner erschienenen Werkausgabe (Leipzig, 1917–1919). Er ersetzt eine englische Übersetzung, die noch nicht gemeinfrei ist.

Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.

Wie es beginnt
man kommt aus solchen Abgründen, aus solchem schweren Siechthum, auch aus dem Siechthum des schweren Verdachts, neugeboren zurück, gehäutet, kitzliger, boshafter, mit einem feineren Geschmacke für die Freude, mit einer zarteren Zunge für alle guten Dinge, mit lustigeren Sinnen, mit einer zweiten gefährlicheren Unschuld in der Freude, kindlicher zugleich und hundert Mal raffinirter, als man jemals vorher gewesen war. Oh wie Einem nunmehr der Genuss zuwider ist, der grobe dumpfe braune Genuss , wie ihn sonst die Geniessenden, unsre „Gebildeten", unsre Reichen und Regierenden verstehn! Wie boshaft wir nunmehr dem grossen Jahrmarkts-Bumbum zuhören, mit dem sich der „gebildete Mensch" und Grossstädter heute durch Kunst, Buch und Musik zu „geistigen Genüssen", unter Mithülfe geistiger Getränke, notzüchtigen lässt! Wie uns jetzt der Theater-Schrei der Leidenschaft in den Ohren weh thut, wie unsrem Geschmacke der ganze romantische Aufruhr und Sinnen -Wirrwar, den der gebildete Pöbel liebt, sammt seinen Aspirationen nach dem Erhabenen, Gehobenen, Verschrobenen fremd geworden ist! Nein, wenn wir Genesenden überhaupt eine Kunst noch brauchen, so ist es eine andre Kunst — eine spöttische, leichte, flüchtige, göttlich unbehelligte, göttlich künstliche Kunst, welche wie eine helle Flamme in einen unbewölkten Himmel hineinlodert! Vor Allem: eine Kunst für Künstler, nur für Künstler! Wir verstehn uns hinterdrein besser auf Das, was dazu zuerst noth thut, die Heiterkeit, jede

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