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Miguel de Unamuno

Baskischer Philosoph, Schriftsteller und Universitätsrektor (1864–1936), geboren in Bilbao, Professor für Griechisch und später Rektor der Universität Salamanca, zentrale Gestalt der Generation von 98 und einer der originellsten existenziellen Denker im Europa des frühen 20. Jahrhunderts, obgleich sein Werk weitgehend außerhalb des akademisch-philosophischen Betriebs blieb. Als Mann von großer Gelehrsamkeit — er beherrschte mehrere Sprachen gründlich und hatte protestantische Theologie, Hegelianismus und Positivismus eingehend studiert, bevor er sie verwarf — litt er sein Leben lang an einer radikalen, nie gelösten existenziellen Angst zwischen dem viszeralen Verlangen nach persönlicher Unsterblichkeit und der rationalen Unmöglichkeit, daran zu glauben — eine Spannung, die den Nerv seines philosophischen Hauptwerks Vom tragischen Lebensgefühl (1913) bildet: »Wir wollen nie sterben«, schreibt er darin, und gerade dieser unauslöschliche »Hunger nach Unsterblichkeit«, mehr als jedes rationale Argument, trägt den religiösen Glauben eines modernen, seiner eigenen Kontingenz bewussten Menschen. Er prägte den Begriff »Nivola«, um seine experimentellen Erzählungen wie Nebel zu beschreiben, in denen die Figuren die Autorität ihres eigenen Autors infrage stellen, und schrieb San Manuel Bueno, Märtyrer (1930), den kurzen Roman, der das Drama eines Pfarrers schildert, der seinen Glauben verloren hat, ihn aber weiterhin predigt, um sein Volk nicht des Trostes zu berauben, den er selbst nicht mehr empfinden kann. Zweimal seines Rektorats enthoben — unter der Diktatur Primo de Riveras und später von der franquistischen Seite verhaftet und unter Hausarrest gestellt nach seiner berühmten mündlichen Auseinandersetzung mit General Millán-Astray in der Aula Magna von Salamanca 1936, wo er dem Ruf »Es lebe der Tod!« mit »Ihr werdet siegen, aber ihr werdet nicht überzeugen« entgegnete —, starb er wenige Monate später allein und desillusioniert zu Beginn des Bürgerkriegs.

11 Werke