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Auguste Comte

Französischer Philosoph (1798–1857), ausgebildet an der École polytechnique in Paris bis zu seinem Ausschluss wegen der Teilnahme an einer Studentenrevolte, und einige Jahre persönlicher Sekretär des utopischen Sozialisten Henri de Saint-Simon, von dem er die Idee übernahm, dass die Gesellschaft nach den revolutionären Umwälzungen eine wissenschaftliche Neuordnung benötige, wenngleich die Beziehung schließlich unter gegenseitigen Plagiatsvorwürfen zerbrach. Als Begründer des Positivismus geltend und Schöpfer des Begriffs „Soziologie“ selbst (den er zunächst „soziale Physik“ nannte), legte Comte seine zentrale Lehre im umfangreichen Kurs der positiven Philosophie (sechs Bände, 1830–1842) dar: sein Dreistadiengesetz, wonach sowohl das individuelle Denken als auch die menschlichen Gesellschaften notwendigerweise drei aufeinanderfolgende Phasen intellektueller Entwicklung durchlaufen — das theologische Stadium, in dem Phänomene durch übernatürliche Willenskräfte erklärt werden; das metaphysische Stadium, in dem sie durch abstrakte Wesenheiten erklärt werden; und das positive Stadium, in dem sie ausschließlich durch mittels wissenschaftlicher Methode beobachtbare Gesetze erklärt werden —, wobei dieses letzte Stadium den rationalen Höhepunkt darstellt, dem das menschliche Wissen unweigerlich zustrebt. Comte stellte zudem eine Hierarchie der Wissenschaften nach ihrem zunehmenden Komplexitätsgrad und ihrer historischen Reifenfolge auf — Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie, Biologie und schließlich Soziologie, die komplexeste Wissenschaft und die letzte, die das positive Stadium erreicht —, wobei er die Soziologie an die Spitze des gesamten Gebäudes wissenschaftlichen Wissens stellte. In seiner letzten Phase, geprägt von einer tiefen persönlichen Krise nach dem Tod seiner Geliebten Clotilde de Vaux, driftete Comte hin zur Formulierung einer „Religion der Menschheit“, mit Riten, weltlichen Heiligen und einem organisierten Kult, der das Christentum ersetzen sollte — ein Projekt, das viele seiner früheren Schüler entfremdete, das jedoch seine Überzeugung widerspiegelt, dass die positive Wissenschaft, um die Gesellschaft wirksam zu lenken, eine moralische und affektive Komponente benötige, die ebenso wirkmächtig sei wie die der traditionellen Religionen.

7 Werke