Konfuzius
Chinesischer Philosoph, Erzieher und Staatsmann (551–479 v. Chr.), geboren im Staat Lu, in der heutigen Provinz Shandong, in eine verarmte Adelsfamilie, und trotz bescheidener sozialer Herkunft durch autodidaktisches Studium der Riten, Musik, Dichtung und Geschichte der Zhou-Dynastie gebildet, deren großer Kodifizierer und Überlieferer er werden sollte. Er bekleidete verschiedene kleinere Verwaltungsämter in seinem Heimatstaat und strebte jahrelang eine politisch einflussreiche Position an, die es ihm erlaubt hätte, seine Ideen zur moralischen Reform der Regierung in die Praxis umzusetzen — ein Wunsch, der sich nie ganz erfüllte, was ihn dazu brachte, mehr als ein Jahrzehnt lang, begleitet von einer Gruppe von Schülern, durch verschiedene chinesische Staaten zu ziehen und Herrschern Rat zu erteilen, dem diese nur selten folgten. Seine Lehre, im Westen unter dem latinisierten Namen Konfuzianismus bekannt, ist nicht direkt aus seiner eigenen Feder überliefert, sondern durch die Gespräche (Lunyu), eine nach seinem Tod von seinen Schülern zusammengestellte Sammlung von Sinnsprüchen und kurzen Dialogen, die den Grundlagentext der gesamten späteren konfuzianischen Tradition bildet. Der Kern seines ethischen und politischen Denkens kreist um den Begriff des Ren, oft übersetzt als „Menschlichkeit“, „Güte“ oder „menschliche Tugend“ — jene höchste moralische Eigenschaft, die sich in Respekt, Mitgefühl und Rechtschaffenheit gegenüber anderen zeigt und durch Studium, ständige Selbstprüfung und vor allem durch die gewissenhafte Ausübung des Li erlernt und gepflegt wird, der Riten und Anstandsnormen, die soziale und familiäre Beziehungen regeln. Konfuzius betonte besonders die Bedeutung der fünf grundlegenden hierarchischen Beziehungen (Herrscher-Untertan, Vater-Sohn, Ehemann-Ehefrau, älterer Bruder-jüngerer Bruder, Freund-Freund) als Grundlage der sozialen Ordnung und vertrat die Ansicht, gute Regierung hänge mehr vom moralischen Vorbild der Herrschenden ab als von zwingenden Gesetzen und Strafen — sein Ausspruch „Regiere durch Tugend, und alle werden sich dir zuwenden, wie die Sterne sich dem Polarstern zuwenden“ fasst diese Überzeugung zusammen. Der Konfuzianismus, unter der Han-Dynastie zur Staatsphilosophie erhoben und später durch den Neokonfuzianismus der Song-Dynastie weiterentwickelt, hat über zweitausend Jahre hinweg einen absolut zentralen Einfluss auf die politische, ethische und Bildungskultur Chinas und ganz Ostasiens ausgeübt.
6 Werke
- Das Buch der kindlichen Pflicht
- Die Vier Bücher I: Gespräche, Die Große Lehre, Die Lehre von der Mitte (Legge)
- Die Weisheit des Konfuzius
- Gespräche des Konfuzius
- Gespräche des Konfuzius (ed. 2)
- Gespräche des Konfuzius (zh)
Behandelte Themen
Zitate
“Der Edle richtet seine Aufmerksamkeit auf das Grundsätzliche. Ist dies erst einmal festgesetzt, so erwachsen daraus ganz natürlich alle praktischen Wege.”
The Analects of Confucius (from the Chinese Classics)
“Wenn du eine Sache weißt, dann halte daran fest, dass du sie weißt; und wenn du eine Sache nicht weißt, dann gib zu, dass du sie nicht weißt – das ist Wissen.”
The Analects of Confucius (from the Chinese Classics)
“Der Edle ist umfassend und kein Parteigänger. Der Gemeine ist Parteigänger und nicht umfassend.”
The Analects of Confucius (from the Chinese Classics)
“Zu sehen, was richtig ist, und es nicht zu tun, ist ein Mangel an Mut.”
The Analects of Confucius (from the Chinese Classics)
“Vergelte Unrecht mit Gerechtigkeit und vergelte Güte mit Güte.”
The Analects of Confucius (from the Chinese Classics)
“Habe keine Freunde, die dir nicht ebenbürtig sind. Wenn du Fehler hast, scheue dich nicht, sie aufzugeben.”
The Analects of Confucius (from the Chinese Classics)