Michel de Montaigne
Französischer Schriftsteller, Philosoph und Staatsmann der Renaissance (1533–1592), geboren im Familienschloss bei Bordeaux, von Kindheit an nach ausdrücklichem Wunsch seines Vaters mit Latein als Muttersprache erzogen, und der Schöpfer des literarischen Genres des Essays, sowohl dem Namen als auch der Konzeption nach. Als Richter und Bürgermeister von Bordeaux während der blutigsten Jahre der französischen Religionskriege zog er sich mit achtunddreißig Jahren in den Turm seiner Bibliothek zurück — wo er sechsundsiebzig griechische und lateinische Sinnsprüche seiner Lieblingsautoren in die Deckenbalken meißeln ließ —, um sich dem Schreiben seiner Essais (1580, bis zu seinem Tod erweitert) zu widmen, einem Werk, das er über zwei Jahrzehnte hinweg fortwährend überarbeitete und erweiterte und das, in den Worten des Autors selbst, ein ehrliches, unbeschönigtes Porträt eines einzigen Themas darstellt: seiner selbst. »Jeder Mensch trägt die ganze Gestalt der menschlichen Verfassung in sich«, schrieb er, und gerade diese Überzeugung macht seine Essais — über Freundschaft, Erziehung, die Kannibalen der Neuen Welt, den Tod, die Erfahrung, die Eitelkeit — zu einer universellen Erkundung der menschlichen Verfassung durch die radikalste Introspektion, die bis dahin in der abendländischen Literatur betrieben wurde. Sein gemäßigter Skeptizismus, zusammengefasst in der Frage, die er in sein Wappen gravieren ließ, »Que sais-je?« (»Was weiß ich?«), verwirft jeden philosophischen oder religiösen Dogmatismus zugunsten einer toleranten, neugierigen Annahme menschlicher und kultureller Vielfalt — einschließlich einer für seine Zeit bemerkenswert fortschrittlichen Verteidigung der indigenen Völker Amerikas und einer beißenden Kritik des europäischen Ethnozentrismus. Sein abschweifender, gesprächsartiger und zutiefst persönlicher Stil beeinflusste maßgeblich Descartes, Pascal, Rousseau, Nietzsche und Emerson, unter vielen anderen, und macht ihn zu einem der Gründerväter der modernen Selbstbeobachtung.
11 Werke
- Das Reisetagebuch Montaignes durch Italien via Schweiz und Deutschland im Jahr…
- Essais (I fr)
- Essais (II fr)
- Essais (III fr)
- Essais (IV fr)
- Essais von Michel de Montaigne — vollständig
- Essais von Michel de Montaigne, Band 03
- Essais von Michel de Montaigne, Band 07
- Essais von Michel de Montaigne, Band 14
- Essais von Michel de Montaigne, Band 18
- Literarische und philosophische Essays: französisch, deutsch und italienisch
Behandelte Themen
Zitate
“Das Größte auf der Welt ist, dass ein Mensch weiß, dass er sein Eigen ist.”
Essays of Michel de Montaigne — Complete
“Der Mensch ist sicherlich völlig verrückt; er kann keinen Wurm erschaffen, und doch will er Götter zu Dutzenden erschaffen.”
Essays of Michel de Montaigne — Complete
“Die Welt ist nur eine Schule der Untersuchung: Es geht nicht darum, wer den Ring betritt, sondern wer die besten Bahnen läuft.”
Essays of Michel de Montaigne — Complete
“Kein Wind ist dem günstig, der seinen Kurs auf keinen sicheren Hafen richtet.”
Essays of Michel de Montaigne — Complete