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Augustinus von Hippo

Nordafrikanischer römischer Philosoph, Theologe und Bischof (354–430), geboren in Thagaste, im heutigen Algerien, Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter, der heiligen Monika, die entscheidenden Einfluss auf seine spätere Bekehrung ausübte. In Rhetorik in Karthago ausgebildet und als Lehrer in Rom und Mailand tätig, durchlief er in seiner Jugend und frühen Reife einen langen geistigen und intellektuellen Weg — neun Jahre der Zugehörigkeit zum Manichäismus, eine Phase akademischer Skepsis und eine Periode neuplatonischen Einflusses, insbesondere durch Plotin —, geschildert mit beispielloser psychologischer Introspektion in den Bekenntnissen (397–400), die als die erste große geistliche Autobiographie der abendländischen Tradition gelten und zu den grundlegenden Texten introspektiver Literatur zählen. Seine Bekehrung zum Christentum 386 in Mailand, unter dem Einfluss des heiligen Ambrosius, führte zu seiner Priesterweihe und 395 zu seiner Erhebung zum Bischof von Hippo, ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte, während die Stadt von den Vandalen belagert wurde. Sein theologisches und philosophisches Werk von überwältigendem Umfang und Einfluss umfasst Der Gottesstaat (413–426), verfasst als Antwort auf die Plünderung Roms durch die Westgoten im Jahr 410, um den Vorwurf zu widerlegen, die Abkehr von den heidnischen Göttern habe den Fall der Stadt verursacht, und das eine christliche Geschichtsphilosophie entwickelt, die auf der Unterscheidung zwischen dem irdischen Staat, regiert von Selbstliebe bis zur Verachtung Gottes, und dem himmlischen Staat, regiert von Gottesliebe bis zur Selbstverachtung, beruht. In seiner Kontroverse mit dem Mönch Pelagius entwickelte Augustinus seine Lehre von der Erbsünde und der absoluten Notwendigkeit göttlicher Gnade für das Heil, wobei er bestritt, dass der gefallene menschliche Wille aus sich selbst heraus, ohne Gottes unverdiente Hilfe, das Gute tun könne — eine Lehre, die sowohl das mittelalterliche Katholizismus als auch, viel später, die protestantische Reformation, insbesondere Luther und Calvin, entscheidend prägen sollte. Als Vater der abendländischen Theologie und einer der vier großen Kirchenlehrer der lateinischen Kirche geltend, ist Augustinus dank seiner introspektiven Analyse von Zeit, Gedächtnis und Willen zugleich eine zentrale Gestalt der Philosophiegeschichte, in mancher Hinsicht ein Vorläufer der Phänomenologie und der modernen Psychologie der Innerlichkeit.

11 Werke

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