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Machiavelli

Florentinischer Diplomat, Historiker und politischer Theoretiker (1469–1527), vierzehn Jahre lang Beamter der Republik Florenz als Sekretär der Zweiten Kanzlei, ein Amt, von dem aus er zahlreiche diplomatische Missionen unternahm, die es ihm erlaubten, das tatsächliche Funktionieren der Macht an den italienischen und französischen Höfen aus erster Hand zu beobachten, insbesondere die Gestalt Cesare Borgias, ein unmittelbares Vorbild für einige seiner politischen Ideen. 1512 mit der Rückkehr der Medici an die Macht abgesetzt und inhaftiert, gefoltert und schließlich auf sein Landgut verbannt, schrieb er dort in wenigen Monaten, ohne je wieder die von ihm so geliebte politische Laufbahn ausüben zu können, das Werk, das ihm zugleich unsterblichen und berüchtigten Ruhm einbringen sollte: Der Fürst (1513, posthum 1532 veröffentlicht), eine kurze Abhandlung, die mit einem von Moralismus entkleideten Realismus analysiert, wie politische Macht erworben, bewahrt und verloren wird, und unumwunden zu Täuschung, kalkulierter Grausamkeit und Verstellung rät, wenn die Staatsräson es erfordert, gipfelnd in seiner berühmtesten und umstrittensten Maxime: Es sei sicherer, gefürchtet als geliebt zu werden, wenn man nicht beides zugleich haben könne. Dieses Werk machte ihn bis heute zum Synonym für zynische, skrupellose Politik — »machiavellistisch« —, wenngleich seine viel umfangreicheren und weniger gelesenen Diskurse über die erste Dekade des Titus Livius einen leidenschaftlichen republikanischen Denker offenbaren, einen Bewunderer der bürgerlichen Tugenden des antiken Rom und Verfechter einer Mischverfassung, die auf Volksbeteiligung und produktivem Konflikt zwischen sozialen Klassen beruht — was viele moderne Gelehrte dazu bewogen hat, ihn als einen der frühesten und klarsichtigsten Theoretiker des politischen Realismus zu lesen, nicht als bloßen Apologeten der Tyrannei.

10 Werke

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